Vogelsberggarten Schlossberg Ulrichstein

Im Vogelsberggarten Schlossberg Ulrichstein kann man die Naturausstattung, die Pflanzenarten und ihre Zusammensetzung, welche im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Vogelsberg erhalten werden sollen, auf engstem Raum erleben.

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Burgruine Schlossberg Ulrichstein

Der Vogelsberggarten, der um den Schlossberg Ulrichstein herum angelegt ist, weist ein breites Spektrum an seltenen Pflanzenarten der Region auf. Den Besuchern werden durch Beschilderungen und Erläuterungstafeln verschiedene Themenkomplexe über die typische Naturausstattung des Hohen Vogelsberges vermittelt. Hierbei wird ein Einblick in die Entstehung und Entwicklung der heimischen Kulturlandschaft sowie deren Pflanzenwelt gegeben.

Der Vogelsberggarten wurde im Jahr 2000 mit Mitteln der europäischen Union und des Landes Hessen angelegt. Seit 2001 wird das alte Kulturland rund um die Burgruine wieder nach alten bäuerlichen Wirtschaftsverfahren bewirtschaftet und gepflegt, was u. a. extensives Wirtschaften ohne Kunstdünger und Toleranz gegenüber Wildpflanzenarten bedeutet. Bereits 1987 entwickelte sich die Idee, einen „botanischen Garten“ anzulegen, welcher schließlich von Herrn Ernst Happel, dem damaligen Geschäftsführer des Naturparks Hoher Vogelsberg, aufgegriffen, vorangetrieben und schließlich umgesetzt wurde.

Der Vogelsberggarten wird vom Verein der Freunde und Förderer des Vogelsberggartens e. V. unterhalten und vom Zweckverband Naturpark Hoher Vogelsberg sowie der Stadt Ulrichstein aktiv unterstützt.  Es werden Führungen für Jung und Alt durch den Vogelsberggarten angeboten, bei denen man die Vielfalt der Pflanzenwelt am Schlossberg bewundern kann.

 

 Ein Rundweg erschließt den Garten für Besucher und führt durch verschiedene Themenkomplexe. Es gibt eine Einführung in die Wiesen und Weiden mit ihren typischen Pflanzenarten, -gesellschaften (Goldhaferwiese, Glatthaferwiese) sowie unterschiedliche Bewirtschaftungsformen (Schafweide, Waldweide). Mit jährlich wechselnden Feldfrüchten sowie seltenen Ackerwildkräutern gewährt der Vogelsberggarten auf einer kleinen Ackerparzelle auch einen Einblick in den Ackerbau. Ergänzt wird das Ganze durch einen Heilkräutergarten sowie einen Bauerngarten. Alte Obstbaumsorten, wie Boskoop und Kantapfel, entlang der Wege, runden die regionale Pflanzensammlung ab.

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Bauerngarten

Eine Besonderheit stellen die Wildblumenbeete dar. Entlang des Rundwegs wurden fünf Beete mit heimischen Wildpflanzen angelegt. Diese werden durch seltene Arten und einige schwer bestimmbare und dadurch wenig bekannte Pflanzen ergänzt. Alle Beete werden auf einer Hinweistafel beschrieben und die einzelnen Pflanzenarten sind jeweils mit einem Namensschild gekennzeichnet. Während einige der Pflanzen der Natur (Vogelsberger Herkunft) entnommen und in den Vogelsberggarten umgesetzt wurden, sind andere aus Samen, die im Vogelsberg gesammelt wurden, zunächst außerhalb des Gartens vorgezogen und anschließend in die Beete gepflanzt worden. So können verschiedene Habichtskräuter, montane Hochstauden, Bergwiesenkräuter, Wiesenpflanzen und Magerrasenpflanzen besichtigt werden. Der Vogelsberggarten beherbergt Besonderheiten wie die Türkenbundlilie, die Prachtnelke, die Trollblume, die Schwarze sowie die Kugelige Teufelskralle.

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Trollblumen

So dient der Garten nicht nur der Anschauung, sondern die Pflanzen stellen damit auch eine Genreserve für im Vogelsberg einheimische Pflanzen dar.

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Blick von der Burgruine nach Nordwest

Ein Ausflug in den Vogelsberggarten lohnt sich immer und wird bei schönem Wetter durch den herrlichen Ausblick von der Burgruine aus in das Vogelsberger und Gießener Land belohnt.

Tipp:

Der Naturpark Hoher Vogelsberg bietet geführte Exkursionen durch den Vogelsberggarten an, zu denen man sich im Informationszentrum anmelden kann (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon: 0 60 44 / 966 93 30).

 

Ausführliche Informationen zum Vogelsberggarten finden Sie unter: http://www.vogelsberggarten.de